Albe-Vogesen Trail 2009
Nach langer, aber erfolgreicher Planung, war es dann Ende September soweit. 3 Frauen "vom Tal" machen sich auf den Weg in die Berge. Die Strecke war für 3 bzw. 4 Tage geplant.

1.Etappe (Karin & Nilan):    Hazembourg - Sarralbe = 12,5 km

2.Etappe (Eva & Petra):  Steinbach/Kappelkinger - Sarralbe   9,5 km

              (Eva, Petra & Karin): Sarralbe -Donnenbach             34 km

3.Etappe :                     Donnenbach - English Berg und zurück    25 km

4.Etappe:                      Donnenbach - Heimatstall                 45 km

1.Etappe
Nilan mit vollem Marschgepäck noch zuhause in Hazembourg. GLEICH GEHT'S LOS.......

Nilan musste an diesem Tag nur die 12,5 km bis Sarralbe gehen. Allerdings ganz alleine, was ihm mächtig gegen seine Vorstellungen ging. In Sarralbe hatte ich bereits einen Tag vorher sein Paddock bei Pitzi's aufgebaut.

Da Nilan aber nicht alleine, ohne Sichtkontakt zu den anderen Pferden, dort stehen wollte, mussten Ayla und Marengo die ganze Nacht auf der Koppel verbringen.

Am Donnerstag-Nachmittag beluden wir dann Evas Auto mit allem, was am Ziel benötigt wurde und fuhren es an den Donnenbach Hof. So waren wir auch dort mobil und  mussten keine schweren Dinge unnötig auf dem Pferderücken transportieren.

2. Etappe

Am Freitagmorgen ging es dann endlich offiziell los. Petra und Eva trafen sich kurz vor 9 Uhr in Steinbach, um von dort aus gemeinsam nach Sarralbe aufzubrechen. Es war herrliches Wetter, aber das hatten wir ja auch so beim französischen Wettergott bestellt.

1 1/2 Stunden später: Ankunft an meinem Quartier in Sarralbe. Hier wurde sich erst mal mit Kaffee und Waffeln gestärkt. Ein kurzer Plausch mit Hofbesitzerin Claudia und Evas Privathufschmid Gerhard (         )

und dann endlich: Der gemeinsame Start in Richtung Vogesen.

Karin mit Haflinger NIlan, Eva mit Araber Towanda, Petra mit Paso Cassador

 

Das erste Stück im Sarralbe/Herbitzheimer Wald war recht grob geschottert und dementsprechend langsam zu reiten. Kurz hinter Voellerdingen entschlossen wir uns an einem Bach Rast zu machen, die Pferde zu tränken und uns kurz zu stärken. Das lange Schrittgehen macht halt hungrig.

Weiter ging es über eine herrlich lange Trab-Passage Richtung Lorenzen bis Diemeringen. Hinter Diemeringen legten wir noch eine kurze Führstrecke ein, um dann das immer schöner werdende Geläuf zu genießen. Nach einem langen Bachtal bei Waldhambach begann die Strecke bergiger zu werden. Mittlerweile befanden wir uns im "Parc Naturel des Vosges du Nord" und ritten auf schönen Wegen, bis wir oberhalb von Frohmuhl den Wald verließen. Jetzt erwartete uns nur noch der Abstieg in den Ort Frohmuhl, die kurze Ortsdurchquerung und der asphaltierte Talweg bis zum Donnenbach.

Die Pferde und wir Reiter kamen gut gelaunt am Donnenbachhof an. Raymond, erwartete uns bereits und war schneller mit Wasser und Schwamm zur Stelle, als wir es je an einem anderen Quartier erlebt haben. Er war immer helfend zur Hand, hat unsere Sättel gut untergebracht und die Sattelunterlagen zum Trocknen aufgestellt. Noch bevor wir am Abend die Satteldecken ins Trockene bringen konnten, hatte er es schon für uns erledigt.

Die Pferde wurden, wie abgesprochen und auf der Vorfahrt begutachtet, in großen luftigen Boxen untergebracht. Die Boxen waren bereits mit frischem Stroh eingestreut. Alles war einfach PERFEKT vorbereitet. 

Raymond versorgte die Pferde sofort mit Unmengen Heu. Geknausert wurde hier wirklich nicht !

Jetzt wurde erst mal ein ganzes Auto voll Gepäck in der Unterkunft großzügig verteilt. Wir hatten ein geräumiges "Appartement". Nicht im 5-Sterne-Stil, aber für die Bedürfnisse eines Wanderreiters vollkommen ausreichend. Die Schlafecke bestand aus einem breiten 2-Pers.-Bett und einem Hochbett, desweiteren gab es einen Eßtisch, eine Küchenecke mit Kühlschrank und Gaskocher, sowie ein Bad mit Toilette und Dusche. Das Zimmer war frisch gelüftet, hell und sauber. Wir fühlten uns rundum wohl.

 

3.Etappe

Ein klarer, sonniger Morgen, nach einer -5 Grad kalten Nacht, erweckte uns. Das Wasser in den Wassertonnen der Pferde war leicht gefroren. Die Pferde waren, wie sollte man es hier anders erwarten, bereits mit frischem Heu und Wasser versorgt.  Erstaunlicherweise waren alle 2- und 4-Beiner nach dem ersten anstrengenden und langen Tag sehr fit.

Das Frühstück fiel genauso üppig aus wie das Abendessen. Frisches Baguette ohne Ende, Marmelade, Honig, Käse, Wurst, herrlicher Kaffee und wiederum nette Gesellschaft der Gastgeber. Man kann sich hier wirklich wie zuhause fühlen. Nicht vergessen darf man auch die 3 Bassets Canis, Diane und Diamond sowie die Kangal-Hündin Sandy, die uns Gesellschaft leisteten.

Nach dem Frühstück wurde mit der Gastgeberin Stefanie die heutige Wegstrecke besprochen. Da sie auch sehr viele Ritte unternimmt, konnte sie uns gut beraten. Wir wollten zwischen 4-5 Std. Reitzeit einplanen und möglichst keine Ortsdurchquerung, sondern die schönen Wege der Nordvogesen genießen. Schließlich einigten wir uns auf die Strecke zum English Berg.  

Direkt hinterm Hof nahmen wir einen idyllischen Weg, mit teilweise guter Steigung in Richtung Moderfeld. Kurz vor Moderfeld erwartete uns mithin das einzige Stück befestigte Strecke.

Dann bewegten wir uns fast ausschließlich auf herrlichen Waldwegen oberhalb von Zittersheim, zwischen Erckartswiller und Sparsbach dem Enslish Berg entgegen. Die Strecke lies sich wundervoll reiten. Auf Wegen, von denen wir zuhause nur zu träumen wagen.

Der Anstieg, kurz vorm English Berg, kostete unsere Pferde nochmals etwas Mühe. Nach ca. 2 Std. waren wir an unserem Ziel.

Auf dem Heimweg ließen wir uns kurz davon verführen eine "Abkürzung" zu gehen. Stellten jedoch relativ rasch fest, den Vortritt den schönen Wanderwegen der Nordvogesen, mit wirklich tollem Geläuf, zu geben. Die riesigen Fahrzeuge der Holzfäller hinterließen einen großen Eindruck bei uns. Mit mächtigen Körben, voll mit dicken Baumstämmen beladen, machten sich die Giganten Abhänge hinauf, die wir noch nicht einmal mit unseren Pferden hochgehen würden. Uns wurde schon beim Zusehen schwindelig.

Nach weiteren 2 1/2 Stunden kamen wir an unserer Herberge an. Das Wetter war auch heute nicht zu topen.  

Es war ein herrlicher Ritt mit gut gelaunten Reitern und überaus willigen Pferden. Alles in allem: Einfach klasse !

Noch schnell im Zimmer ein Bierchen zischen, duschen und auf gehts zum Abendessen ins Restaurant in Frohmuhl. Hier erwartet uns eine sehr köstliche Tarte flambée mit lecker-fein Rose. Das einzige Manko: Die Atmosphäre im Restaurant war sehr kalt und etwas ungemütlich für uns naturverbundenen Wanderreiter. Vor allem, wenn man mittlerweile das Flair und die fürsorgliche "Bedienung" des DonnenbachHofes gewohnt war.

 

Und so ging dann ein weiterer schöner Tag unseres Wanderrittes zu Ende.

4. Etappe
So lange geplant und so schnell bricht der letzte Tag der Tour an.............

Gut gelaunt, aber doch ganz schön müde, machen wir uns auf den Weg zu den Pferden. Diese stehen, schön warm eingepackt in ihren Decken (denn im Donnenbachtal ist es für die strapazierte Muskulatur ohne Decken zu feucht und kalt um diese Jahreszeit), genüßlich am frischen Heu kauend in ihren Boxen. Raymond war mal wieder früh auf den Beinen und hat sich um das Wohl unserer Pferde gekümmert. Nachdem wir uns vergewissern konnten, dass sie sich alle mit Appetit an unserem mitgebrachten Kraftfutter stärkten, machten auch wir uns auf den Weg zum Frühstück. Schnell noch das Gepäck im Auto verstaut und schon geht es an die letzten Vorbereitungen zum Aufbruch Richtung Heimat.

Danke Stefanie und Raymond für die Gastfreundlichkeit. Wir haben die Tage bei Euch genossen.

Danke auch an Eva, die sich bei der Rittvorbereitung unheimlich viel Mühe gegeben hat und sehr schöne Wege für uns gefunden hat.

Danke an unsere beiden Trossfahrer. Euch buchen wir wieder :)

Nach einer kurzen Zusammenkunft am Eßtisch - mit einer Flasche Crement -, waren wir gespannt, was der Herr des Hauses uns als 3-Gänge-Menue auftischte. Schließlich hatten wir einen BÄREN-hunger und hungrige Wanderreiter (vor allem weibliche) können sehr ungehalten werden. Aber wie wir auch bereits bei der Versorgung der Pferde erfahren haben, wurden wir wirklich nicht enttäuscht. Das Essen war superlecker und hätte noch für eine ganze Rittkompanie ausgereicht. Als Eingang bekam jeder 2 große Stücke Pâté, als Hauptgang Rollbraten mit Nudeln (hmmmmmmmmmmmmm einfach köstlich), dazu wurde ein guter Roter serviert. Als Dessert verschlangen wir ein Stück Eistorte auf Merenge mit Kaffee.
Sehr schön fand ich, dass sich Stefanie und Raymond (die guten Seelen des Donnenbachhofes) zu uns gesellten und mit uns aßen. Wir hatten einen wirklich geselligen Abend mit netten Gesprächen in ihren 4-Wänden.
So fielen wir am ersten gemeinsamen Ritt-Tag erst sehr spät in unsere Betten, denn wir ließen den Tag in unserer Unterkunftm mit den letzten Tropfen des Crements, erst spät zu Ende gehen. 

noch 100 ml (5 Schluck)  bis zu Ziel
Vorbei an den kleinen, aber dennoch imposanten schottischen Hochlandrindern, die die Landschaft der Nordvogesen seit knapp 20 Jahren beweiden.

Die Herde von insgesamt ca. 200 Rindern (verteilt in kleinen Gruppen über das ganze Areal der Nordvogesen) gehört der Verwaltung des Parc Naturel des Voges du Nord. Sie werden eingesetzt um den Wald in Schach zu halten. Überall dort, wo Baumwuchs unverwünscht ist.

Nun müssen wir uns erst den steilen Berg in Frohmuhl hochkämpfen, bevor der schöne Teil der Heimreise beginnen kann. Heute haben wir Glück, denn Gerhard und Hubert fahren Tross. Somit ist unser Marschgepäck auch dementsprechend klein. Lediglich unser Trinkwasser, Jacke,  Abschwitzdecken sowie Erste-Hilfe-Pack werden auf dem Pferd transportiert.

Bestens versorgt mit frischen Frikadellen, gekochten Eiern, Baguette, Getränken und Kaffee.

Leider müssen wir wenige Kilometer nach unserem Stop feststellen, dass sich bei Cassador ein Eisen gelöst hat. Da die Strecke noch ca. 2 1/2 Stunden betrug und wir nicht im Dunkeln ankommen wollten, entschlossen wir uns, per Handy den Tross angerufen, um Petra samt Pferd nachhause zu fahren.

Nachdem wir uns getrennt hatten, legten wir nochmals einen flotten Trab bis Voellerdingen ein. Die Pferde mussten dann ein Stück geführt werden, denn hinter dem Ort ging es auf Asphalt ein gutes Stück bergan.

Dank eines, im Nachhinein glücklichen, Zufalls, ließen wir am letzten Stop die Karte bei Gerhard. Schließlich befanden wir uns in heimatlichen Gelände. Doch auch hier sind die Wege nicht immer so passierbar, wie wir uns das wünschten und daher fanden wir eine noch schönere Strecke und konnten den unnötigen und langen Schotterweg auf wirklich schönen Wegen in flotten Tempo umgehen. 

Nach 45 km und 8 Stunden am Ziel...........................

Wir sind uns alle 3 sicher: Hier waren wir nicht zum letzte Mal ! ! !

...... ich freu mich schon auf's nächste Jahr, denn spätestens für September hecken wir 3 den nächsten großen Ritt aus. Und bis dahin müssen wir viele viele kleine Ritte unternehmen. Schließlich will man ja im Training bleiben ;)

 Wir sind ein tolles Team !!!

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Foto, Foto in Deiner Hand,             wer ist die Schönste im ganzen Land ?

Towanda, Ihr seid die Schönste hier, aber Nilan, hinter der Boxentür,        ist noch 1000x schöner als Ihr !! :)